Politisch - Wissenschaft auf fremdem Terrain

In einer monothematischen Sendung haben wir von ZAPP uns Anfang des Jahres dem Clash zwischen Wissenschaft und Journalismus gewidmet. Ich habe dafür mit Hauptstadtkorrespondent*innen über ihre Lehren aus einem Jahr Pandemie gesprochen und einen Vormittag in der Bundespressekonferenz beobachtet, als der RKI-Chef Lothar Wieler wieder die neuen Corona-Zahlen präsentierte. Es wurde sehr schnell klar, dass Journalist*innen und Wissenschaftler*innen sich zwar beide mit der Wirklichkeit beschäftigen, aber unterschiedliche Herangehensweisen haben, die schnell zu Missverständnissen führen. Gerade zu Beginn der Pandemie hatte das nahezu tragische Auswirkungen. ZAPP 17.2.2021 

Investigation: Was tun, wenn Quellen stinken?

2021 ist Bundestagswahl. Für Journalist*innen eine besondere Herausforderung. Zumal heute immer damit zu rechnen ist, dass ausländische Geheimdienste mitmischen wollen. So wie bei den amerikanischen Wahlen 2016. Damals kam heraus, dass ein ausländischer Geheimdienst Medien manipuliert hatte, um das Wahlergebnis zu beeinflussen. "Es war ein Schock", sagt Stephan Wels, Leiter des NDR-Investigativ-Ressorts, in der Rückschau. Seitdem steht die Frage im Raum: "Haben wir tatsächlich alle Sicherungsmechanismen eingezogen, die uns davor bewahren, dass wir am Schluss manipuliert werden?" Ich habe mit Wels sowie Holger Stark, Investigativchef der  ZEIT, und Martin Knobbe, Politikchef beim SPIEGEL, über ihre Lehren aus der Zeit gesprochen.  ZAPP 9.12.2020

 

Corona-Ente: Der angebliche "Super-Spreader" von Lohne.

Berichte über Superspreader hat man im vergangenen halben Jahr viele gehört. Mal gab es einen Massenausbruch in Garmisch-Patenkirchen, mal in Lohne. Wie empfinden die Menschen diese Nachrichten? Anne Suppressa aus dem niedersächsischen Lohne beantwortet diese Frage so: „Ich nehme im Allgemeinen die Berichterstattung so wahr, dass eben auch ein bisschen Sensationslust befriedigt werden soll, dass gerade so Großereignisse eine Art gefundenes Fressen sind. Das ist eine Nachricht, die alle sehen wollen. Damit kann man gute Zahlen machen.“ Gute Zahlen, Auflage, Quote. Nach Recherche und seriöser Berichterstattung klingt das nicht. Suppressa ist enttäuscht von den Medien. Sie hat erlebt, wie nach dem Begräbnis ihres Bruders aus einem reinen Gerücht eine Meldung in einer der wichtigsten Nachrichtensendungen wurde.  ZAPP 25.11.2020

Syrien: Trügerische Ruhe durch Corona

Seit Corona ist es sogar in Idlib ruhiger – keine ständigen Bombardements mehr auf die letzte Hochburg der Assad-Gegner im Land. Ich skype mit Jameel. Er ist Kriegsreporter beim Internetsender Orient News, berichtet seit Jahren über Assads brutales Vorgehen in der Hoffnung, dass die Welt einschreitet. Und auch mit ihr kann ich sprechen: Muna, 25, Moderatorin und Autorin beim Radiosender Watan FM. Noch hält die Waffenruhe, aber sobald Corona im Griff ist, werden  Assads Truppen Idlib wahrscheinlich einnehmen und seine Kritiker verhaften. Muna und Jameel können nicht fliehen, denn sie sind hier eingekesselt. Der Film über diese beiden beeindruckenden Journalist*innen wurde mit dem 3. Preis des BJV-Wettbewerbs zum Tag der Pressefreiheit 2020 ausgezeichnet. ZAPP 2.5.2020

 

"Spiegel"-CvD: Job am Esstisch

Der SPIEGEL-CvD Janko Tietz sitzt nach einem Urlaub im Risikogebiet ganz zu Beginn der Pandemie in Quarantäne - und versucht von dort aus die Krise journalistisch zu meistern. Ich kann ihn einen Tag lang dort begleiten, allerdings darf ich nicht rein. Und so sprechen wir durchs Fenster oder per Skype über Herausforderungen und Chancen der Coronakrise, wo Journalismus aufhört und Panikmache beginnt, und wie es sich überhaupt so daheim arbeitet, während er die Homepage steuert, seine Kinder mit ihren Schularbeiten reinkommen, seine Frau im Zimmer nebenan arbeitet, und gleichzeitig Bund und Länder in Berlin ein "Kontaktverbot" beschließen. Ich habe diesen Film als VJ selbst gedreht. Zum ersten Mal.  

ZAPP 25.3.2020

Ausgeblendet: Der Holocaust in alliierten Medien

"Bitterste journalistische Niederlage des Jahrhunderts", so nennt die "New York Times" die eigene Berichterstattung während des Holocaust. Und zwei Forscher sind sich sicher: Tausende Menschenleben hätten durch eine deutlichere Berichterstattung über den Holocaust gerettet werden können. Zu dieser These kommen die US-amerikanische Wissenschaftlerin Laurel Leff und ihr britischer Kollege James Jordan, die meine Kollegin Stefanie Dodt und ich für diesen Film interviewen. Leff untersuchte die Ursachen für die zurückhaltende Berichterstattung vieler US-Medien, allen voran der "New York Times": Dort sei zwar über den Holocaust berichtet worden, allerdings nur auf den hinteren Seiten und meist nur in kleinen Artikeln. Jordan zieht eine ähnliche Bilanz. Ebenso wie die "New York Times" hatte die britische BBC eher zurückhaltend über den Holocaust berichtet. Der englische Journalist Denys Blakeway war der erste, der die Berichterstattung der BBC über den Holocaust aufarbeitete. Antisemitismus sei damals in England weit verbreitet gewesen sei, sagt er, auch in der BBC. ZAPP 28.1.2020

Politische Propaganda: Der Kalte Krieg im Netz

Die Angst vor russischer Einflussnahme ist groß in Europa, so Thorsten Quandt, der die Forschungsgruppe Propaganda an der Universität Münster leitet. Besonders gefährdet: die Wahl zum Europäischen Parlament im Frühjahr. Sie sei ein "ziemlich gutes Ziel", da man in dieser Zeit in 27 verschiedenen Ländern "Desinformationskampagnen fahren könne". Wenn man Europa schwächen wolle, so Quandt, ist das ein guter Punkt, wo man ansetzen kann." Und so rüsten die meisten Regierungen zum Kampf. Theresa May erklärte schon Ende 2017 in einer flammenden Rede, dass sie "eine sehr einfache Nachricht für Russland habe: Wir wissen, was ihr tut - und ihr werdet damit keinen Erfolg haben."

ZAPP 15.4.2019

Sebastian Kurz: Nebelkerzen gegen Enthüllungen

Seit Wochen gibt es Skandalnachrichten aus Österreich. Längst geht es nicht mehr nur um die FPÖ. Plötzlich stehen die ÖVP und vor allem ihr Spitzenkandidat Sebastian Kurz im Zentrum von Enthüllungsgeschichten. Doch dieser scheint merkwürdig gelassen. Klenk hat viel Erfahrung mit dem, was er Kurz' "Vernebelungstaktik" nennt. "Wenn irgendein Skandal kommt oder irgendeine Affäre, dann macht er es erst mal lächerlich", sagt Klenk. Die ÖVP-Files habe Kurz zum Beispiel zunächst mit dem Schlagwort "Kugelschreibergate" versehen. Kurz' Umfragewerte sind zwar um ein paar Prozentpunkte abgerutscht, aber seine Partei liegt mit 33 Prozent immer noch weit vor allen anderen. ZAPP 8.5.2019

Gefährdet neue EU-Richtlinie Whistleblower?

Er hat die ganze Debatte um den Whistleblowerschutz ausgelöst: Antoine Deltour. Vor fünf Jahren war der Ökonom in Luxemburg für die Beratungsfirma Price Waterhouse Coopers tätig und kam dort "skandalösen Steuerpraktiken" zwischen Behörden und Großkonzernen in Milliardenhöhe auf die Schliche. Der Fall erschütterte 2014 unter dem Namen #Luxleaks Europa. Von der Öffentlichkeit werden sie dafür als Helden gefeiert, während sie von der Justiz in ihren Heimatländern wie Kriminelle verfolgt werden. Die Europäische Kommission und das Europäische Parlament haben deshalb einen Richtlinienvorschlag auf den Weg gebracht, mit dem sie Whistleblower in Zukunft vor Strafverfolgung bewahren wollen. ZAPP 6.2.2019

 

Bautzen: Ein Unternehmer und seine "alternativen Medien".

Bautzen ist eine kleine Stadt im östlichen Sachsen. Die Wirtschaft floriert, die Arbeitslosigkeit sinkt - doch hinter den schmucken Fassaden herrscht Verunsicherung und Streit. Die Menschen hier beschäftigen große Fragen. Es geht um Macht, Medien und den richtigen Umgang mit extremen Positionen. Im Mittelpunkt der Debatte: Jörg Drews, ein Bauunternehmer, der in ganz Deutschland Brücken baut und alternative Medien mitfinanziert. Besonders sein Portal Denkste-mit.de (Motto: "Nur gemeinsam sind wir stark")sticht hervor.  Aus Drews Sicht bildet "Denkste" "einen nötigen Gegenpol" zu den klassischen Medien. Aus Sicht anderer spaltet sein "Korrektiv" die Stadt.

ZAPP 17.10.2018

Der Niedergang von Danmarks Radio

In Dänemark sind die Rechtspopulisten seit über 20 Jahren eine Macht. Und genauso lange prügeln sie - zusammen mit den Neoliberalen und Libertären - auf den öffentlich-rechtlichen Rundfunk ein: Danmarks Radio, kurz DR. Es sei zu links, zu parteiisch, zu elitär. Nun haben die Rundfunkgegner einen wichtigen Sieg errungen: Die Minderheitsregierung hat zusammen mit der sie tolerierenden rechtspopulistischen Dänischen Volkspartei einen Beschluss gefasst: DR soll endlich gestutzt werden. Zwei Kanäle sollen geschlossen werden. Außerdem soll der Sender in Zukunft nicht mehr über Lizenzgelder, wie die Rundfunkbeiträge in Dänemark heißen, finanziert werden - sondern über Steuern.  

ZAPP 11.4.2018

SRF am Tag der Abstimmung: Angespannt neutral

Am frühen Sonntagmorgen ist Zürich noch merkwürdig ruhig. Dabei geht es um viel an diesem Tag. Die Schweizer könnten heute ihren öffentlichen Rundfunk abschaffen. Sie müssen nur bis Mittag der Volksinitative zur Abschaffung der Rundfunkgebühren zustimmen und das Land wäre ein anderes. So einfach kann Revolution sein. Wir haben schon vor Wochen bei dem für die Deutschschweiz zuständigen SRF in Zürich angefragt, ob wir die Mitarbeiter an diesem historischen Tag begleiten dürfen. Zunächst hieß es, sehr gerne, doch je näher das Datum rückte, desto größer wurde offenbar die Nervosität. Am Ende dürfen wir genau einen Mitarbeiter begleiten: den bekannten Moderator Sandro Brotz. Und so verbringen wir diesen Tag mit ihm vor dem Fernseher. Eine Reportage. 

ZAPP 7.3.2018

Neue Zürcher Zeitung: Warum das Blatt sich wendet

Die "Neue Zürcher Zeitung" ist in der Schweiz, ja im gesamten deutschsprachigen Raum eine Institution. Geschätzt für ihre urliberale Haltung, Weltoffenheit und den nüchternen Ton. Und nun dieser Wirbel. Seit Herbst sind in vielen großen Blättern Artikel über einen vermeintlichen "Rechtsruck" bei der NZZ erschienen. Von "interner Zensur" ist dort die Rede, von "Säuberungswellen" in der Redaktion und von einer zunehmenden "Angst" auf den Fluren. Wie passt das zu einem liberalen Blatt? Diesen Fragen gehe ich in diesem Film nach und spreche mit dem Schweizer Medienjournalisten Kaspar Surber, der ehemaligen NZZ-Autorin Sieglinde Geisel und dem Chefredakteur Eric Gujer. 

ZAPP 18.2.2018

Schweiz: Öffentlicher Rundfunk unter Beschuss

Die No-Billag-Initiative fordert eine Abschaffung der Rundfunkgebühren und somit de facto die Abschaffung des öffentlichen Rundfunks. Der Markt würde schon alles regeln und anbieten, Bürger somit nur das bezahlen, was sie auch konsumieren, so die bekannten Argumente. Mit ihrer Kampagne hat es die Initiative geschafft, eine Volksabstimmung über die Rundfunkgebühr ins Leben zu rufen. Das könnte das Aus für den öffentlichen Rundfunk bedeuten - mit ungeahnten Folgen. Die Journalisten halten mit einer Transparenzoffensive dagegen, zeigen den Zuschauern, wie Journalismus funktioniert, was das System der Gesellschaft bietet. Ich spreche für ZAPP in Zürich mit allen Seiten. ZAPP 18.10.2017 

Unter Beschuss: Starjournalist Armin Wolf.

Der österreichische Moderator Armin Wolf ist bekannt für seine hartnäckigen Interviews. Dafür wird er in Deutschland gefeiert und mit Preisen überschüttet - doch in Österreich steht er unter Beschuss. Nicht nur Politiker*innen kritisieren ihn, Kritik kommt auf einmal auch aus den eigenen Reihen. Ein Fernsehstudio sei keine "Anklagebank", heißt es etwa, Wolf betreibe "destruktiven Journalismus" und "zersetze" die Demokratie. Die negativen Schlagzeilen häufen sich. Für ZAPP spreche ich mit Wolf über die Vorwürfe, Journalismus in Zeiten einer starken rechtspopulistischen Opposition, und warum er nicht an der Spitze einer landesweiten Journalist*innenverschwörung steht.

ZAPP 21.6.2017

Wie der BND den NDR zu unterwandern versuchte.

Der sagenumwobene BND ist bekannt für seine zahlreichen Skandale und ein oft bizarres Verhältnis zu den Medien. In diesem Film gehe ich Hinweisen nach, dass er in den 50er Jahren eigens Agenten in den NWDR einschleuste, um diese aus seiner Sicht tiefrote Zentrale der kommunistischen Unterwanderung im Auge zu behalten. Ein Agent: der spätere stellvertretenden Chefredakteur des WDR-Hörfunks August Hoppe (siehe Bild). Hoppe kabelte regelmäßig Dossiers nach Pullach. Unterlagen aus dem BND-Archiv klassifizieren "den NWDR als Gefahr für die Entwicklung einer gesunden westlichen Demokratie". Der Film wurde für den Alternativen Medienpreis nominiert. 

ZAPP 17.5.2017 

Sportclub Story: Britta Heidemann. Aufgeben? Niemals!

Britta Heidemann ist die erfolgreichste Degenfechterin aller Zeiten. Die 33jährige ist Europameisterin, Weltmeisterin, Olympiasiegerin und hat nebenbei noch ihr Studium der Regionalwissenschaften China erfolgreich absolviert. Sie begleitet Politikerdelegationen ins Reich der Mitte, schreibt Bücher und steht als das Gesicht des Fechtsports im Blickpunkt der Medien. Attraktiv, charmant, intelligent – Britta Heidemann scheint alles zu gelingen. Doch jetzt, wenige Monate vor Olympia in Rio beginnt ein Nervenkrieg. Schafft sie noch den Sprung zu ihren vierten Olympischen Spielen oder scheitert sie erstmals in ihrer Karriere?  In dieser schwierigen Phase durfte ich  Britta Heidemann begleiten, mit den Eltern, dem Trainer und den Freunden und Sportlern sprechen.  Ein Psychogramm. Sportclub Story. 20. 3. 2016.

Die Traumfabrik

Es ist ein Wettlauf gegen die Zeit. In nur sieben Wochen will der Musical-Gigant Stage Entertainment in Hamburg ein neues Stück auf die Bühne bringen. "Liebe stirbt nie" heißt es und ist die Fortsetzung des berühmten "Phantom der Oper". Wir begleiten in dieser NDR Reportage den Producer Moritz Scherberich und zwei Hauptdarstellerinnen, die unterschiedlicher kaum sein könnten. Die beiden kleinwüchsigen Frauen proben für die Rolle des "Fleck". Noch ist offen, wer die Premiere tanzen wird. Sieben Wochen sind nicht viel Zeit, um ein Musical auf die Bühne zu bringen, das viele Besucher nach Hamburg locken und Millionen einspielen soll. Jedes Detail wird genau geplant in dieser hochprofessionellen Welt, in der nichts dem Zufall überlassen wird. Die Reportage. 16. 10. 2015.

45MIN: Der TÜV - ein Siegel ohne Wert?

Die meisten Menschen kennen den TÜV als Prüfer von Autos, Aufzügen und Kinderspielzeug. Das bekannte Siegel gilt vielen als Synonym für Sicherheit. Und somit auch als Kaufargument. Doch der TÜV macht heute viel mehr: Er untersucht Software im Silicon Valley, Windräder in Schweden oder Solaranlagen in Spanien. Auf den ersten Blick eine Erfolgsstory. Aber in den vergangenen Jahren häufen sich die negativen Schlagzeilen. Sinkt durch das große Wachstum womöglich die Qualität der Prüfungen? Ich habe für 45 Min mit Menschen gesprochen, die vom TÜV tief enttäuscht sind, mit Juristen, die dem TÜV Geschäftemacherei vorwerfen und einen hohen TÜV-Manager, der sich erstmals der Kritik stellt.  45MIN. 6. 7. 2015.

45 Min: Der ADAC - ein Scheinverein?

Kaum eine Organisation hat in jüngster Zeit für derart viele Schlagzeilen gesorgt wie der ADAC. Als herauskam, dass die Zahlen beim Leserpreis "Gelber Engel" manipuliert worden waren, stürzte der Verein in die größte Krise seiner 111-jährigen Geschichte. Plötzlich stand für viele der Ruf einer Institution infrage, der die meisten Menschen deutlich mehr Vertrauen entgegengebracht hatten als der Regierung oder selbst der katholischen Kirche. Ich gehe für 45 Min auf Spurensuche: Wie bewältigt der ADAC die Krise? Stimmt der Eindruck, dass er sich nun tatsächlich reformieren will? Kann er überhaupt noch als Verein gelten - oder ist er eher eine Firma? 45MIN. 25. 8. 2014.

Disaster City. Trainieren für die Katastrophe.

Das weltgrößte Trainingscamp für Rettungshilfer liegt in Texas, zwei Stunden von der Metropole Houston entfernt. „Disaster City“, so heißt es, ist eine Geisterstadt aus Schutt, Wracks und Ruinen und so groß wie dreißig Fußballfelder. Im Herbst 2011 gab es das erste internationale Training, bei dem achtzig Katastrophenschützer aus Deutschland, Kanada, Belgien, England und den USA innerhalb von vier Tagen „Überlebende“ aus zerstörten Häusern, zerquetschten Autos und einem entgleisten Zug retten sollten. Ein Erdbeben der Stärke 7, 2 hatte „Disaster City“ dem Erdboden gleich gemacht - und wir haben das Ganze begleitet.  N24. 14. Februar 2012.

Hitlers Menschenhändler. Juden als Austauschware.

Der Handel mit Menschenleben ist ein weitgehend unbekanntes Kapitel aus der Schreckensgeschichte der Shoah. Während die Nationalsozialisten im Zweiten Weltkrieg sechs Millionen Juden in die Gaskammern schickten, gab es Tausende Menschen, die diesem Schicksal nur entgingen, weil die SS sie als wertvolle Handelsware betrachtete. Der Dokumentarfilm erzählt die Geschichte jener Menschen. Sie waren in das Konzentrationslager Bergen-Belsen in der Lüneburger Heide verschleppt worden - und hier begann ein mörderischer Wettlauf um Leben und Tod. Eine NDR/ARTE-Dokumentation von Thomas Ammann, Stefan Aust und mir. Ausgezeichnet mit einem "Special Jury Remi" auf dem WorldFest in Houston 2013.

ARTE. 4. 9. 2011./ ARD. 19. 8. 2013.